Vortragsveranstaltung am 26. September 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

(Kurfürstin Sophie von Hannover, Gemälde von 1706, Jan Frans van Douven, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Alte Pinakothek München.)

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Margherita Palumbo (Rom):

Die Bibliothek der Kurfürstin Sophie. Dynastisches Selbstbewusstsein und curiosité.

Donnerstag, den 26. September 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Prof. Dr. Margherita Palumbo studierte Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom, Bibliothekswissenschaft an der Vatikanischen Bibliotheksschule sowie Archivwissenschaft an der Vatikanischen Schule für Paläographie, Diplomatik und Archivwesen. Sie promovierte 1981 in Philosophie und habilitierte sich 2013 in Buch- und Archivwissenschaft. Von 1983 bis 2015 war sie Bibliothekarin an der Biblioteca Casanatense in Rom. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bibliotheks- und Buchgeschichte, Buchzensur, Heterodoxie in Italien, Fürstenkonversionen in der Frühen Neuzeit, Gottfried Wilhelm Leibniz sowie Korrespondenz- und intellektuelle Netzwerke. Innerhalb dieses Rahmens organisierte sie einen Workshop zum Thema "Leibniz, Jablonski und Berlin" (Rom, Deutsches Historisches Institut, 27.02.2017) und "Subnetworks in Leibniz's Correspondence and Intellectual Network" (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, 15.17.3.2017). Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der G.-W.-Leibniz-Gesellschaft und Mitglied der Renaissance Society of America sowie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der Sodalitas Leibnitiana.

 

Zum Vortrag

Sophie von der Pfalz (1630-1714), Kurfürstin von Hannover, ist eine lebhafte Leserin gewesen, wie ihr umfangreicher Briefwechsel und ihre Memoires zeigen. Sie las und besaß nicht nur - wie bei einer Dame ihres Standes zu erwarten - galante Literatur, Theaterstücke, Reisebeschreibungen und Gedichte, sondern auch politische Berichte, historische Darstellungen und philosophische Werke. Sie sammelte ca. 1.100 Bücher, die nach ihrem Tode teilweise der Königlichen Bibliothek zu Hannover einverleibt wurden. Das im Niedersächsischen Landesarchiv zu Hannover aufbewahrte Inventar erlaubt detaillierte Kenntnis von Sophies Bibliothek, während ihre Korrespondenz ebenso wie Bestände der GWLB den langen Weg dazu spiegeln, der uns über Desiderata und Erwerbungen, Geschenke und Widmungen, schöne Einbände und prächtige Exemplare, Urteile über hochberühmte Verfasser sowie bloße Schmeichler auf der Suche nach ihrer Patronage führt, wobei natürlich auch die Lektüreempfehlungen nicht zu vergessen sind, die sie ständig von Gottfried Wilhelm Leibniz erhielt, um ihre beachtliche curiosité zu befriedigen. Sophies Sammlung gibt aber nicht nur das Bild einer hochgebildeten Frau wieder, die mit Leibniz über 400 Briefe über mannigfaltige Themen gewechselt hat, sondern auch das einer Fürstin, die - als Tochter von Friedrich V. von der Pfalz und Elisabeth Stuart - sich ihrer hochadligen Herkunft und dynastischen Ansprüche sehr bewusst war, wie die zahlreichen Werke zur pfälzischen Geschichte sowie die beträchtliche Abteilung der englischen Bücher deutlich zeigen.

Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft e.V. c/o Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Niedersächsische Landesbibliothek Waterloostr. 8 30169 Hannover Deutschland
Tel.: +49 511 1267331 Fax: +49 511 1267202 info@leibnizgesellschaft.de