Vortragsveranstaltung am 30. Januar 2020

Titel: Le charlatan, Rembrandt (1606-1669), 1635. Bibliothèque nationale de France, Paris, département Estampes et photographie, RESERVE BOITE ECU-CB-13 (A, 17).

Prof. Dr. A Guillermo Ranea (Buenos Aires):

Leibniz, Descartes und andere Gelehrten des 17. Jahrhunderts in der Vorgeschichte von J. B. Menckes "Charlataneria eruditorum".

Donnerstag, den 30. Januar 2020, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Prof. Dr. Alberto Guillermo Ranea (1950, La Plata, Argentinien). PhD in Philosophie (1982, Universidad Nacional de La Plata, Argentinien). Fulltime Professor der Philosophie und Geschichte der Wissenschaften und Technik an der Universidad T. Di Tella (Buenos Aires). 1985 Alexander-von-Humboldt Stipendiat (Leibniz-Forschungsstelle Münster), 1991 John Simon Guggenheim Fellow (History and Philosophy of Science, Indiana University, USA), 2003 British Academy Professorship Award (The Birkbeck College, University of London, UK, and The Royal Society of London Archive). Zahlreiche Veröffentlichungen über G. W. Leibniz, Galileo Galilei, René Descartes, Denis Papin, sowie über Ernst Cassirer, J. Ortega y Gasset, Paul Feyerabend, und die Auswirkung der neuen Technologien über Kultur, Architektur und Gesellschaft.

 

Zum Vortrag

Obwohl das Wort "Charlatan" nicht häufig in Leibniz' Briefwechseln und Schriften erscheint, weisen die seltenen Gelegenheiten, wo Leibniz dieses Wort verwendet, darauf hin, dass es in seiner gewöhnlichen Bedeutung auch jenseits der Grenzen seines ursprünglichen medizinischen Gehalts gebräuchlich war. Als Beispiel finden wir auf einem von Louis-François Foucher de Careil veröffentlichten kleinen Zettel, dass Leibniz den cartesischen hyperbolischen Zweifel mit der Strategie eines Scharlatans verglich. Aber auch in Briefen und Schriften von René Descartes entdecken wir, dass er "Charlatan" ebenfalls dann abwertend benutzt hat, als er über Kollegen wie zum Beispiel Galilei mit anderen Korrespondenten schrieb. Das ist ebenso den Fall, wenn wir andere Gelehrte der Zeit, wie zum Beispiel Baltasar Gracián und Meric Casaubon, betrachten. Im Zusammenhang mit dem Gebrauch dieses Wortes möchte ich bei dieser Gelegenheit zwei Themen diskutieren. Was können wir lernen, wenn wir die Benutzung des Begriffes "Charlatan" als ein wichtiges Zeichen der gelehrten Kultur des 17. Jahrhunderts, und nicht als eine bloße Ausdrucksweise, berücksichtigen? Zweitens, welche Beziehung gibt es zwischen der ursprünglich medizinischen Bedeutung des Wortes und derjenigen, wie sie die genannten Gelehrten des 17. Jahrhunderts verwenden?

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