Vortragsveranstaltung (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek) (Kopie 1)

Vortragsreihe – Die Sintflut im Denken um 1700

 

Donnerstag, den 27. September 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Michael Kempe (Hannover):

Tod des Feuersalamanders. Sintflut, Erdgeschichte und Entwicklung des Lebens bei Gottfried Wilhelm Leibniz.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

Abb.: Haifischkopf mit versteinerten Haifischzähnen (Glossopetrae), nach der Vorlage von Stenos Prodromus (1669), aus: Gottfried Wilhelm Leibniz, Protogaea, Göttingen 1749, Tafel VII (GWLB: Leibn. 212).

Referent

Michael Kempe, geb. 1966, studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Konstanz und am Trinity College in Dublin. Nach seiner Promotion über die Sintfluttheorie des Leibniz-Korrespondenten Johann Jakob Scheuchzer war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt/M. und wissenschaftlicher Assistent an der Universität St. Gallen. Nach seiner Habilitation über Piraterie und Völkerrecht in der frühen Neuzeit (2009) arbeitete er als wissenschaftlicher Koordinator am Konstanzer Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration", seit November 2011 ist er Leiter des Leibniz-Archivs und der Leibniz-Forschungsstelle Hannover und seit April 2013 außerplanmäßiger Professor an der Universität Konstanz.

 

 

Zum Vortrag

Wie alt ist unsere Erde? Auf welche Weise hat sich das Leben auf diesem Planeten entfaltet und wie wird es sich in der Zukunft weiterentwickeln? Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gibt auf diese Fragen erstaunlich moderne Antworten und weicht damit von der zu seiner Zeit in Europa vorherrschenden christlichen Auffassung zu Schöpfung und Erdgeschichte grundlegend ab. Im Mittelpunkt von Leibniz' Beschäftigung mit Erdgeschichte und Geologie steht dabei der Versuch einer wissenschaftlichen Deutung der von Moses beschriebenen Sintflut, woraus ebenfalls eine kritische Haltung gegenüber wörtlichen Bibelauslegungen deutlich wird. Leibniz' Beschäftigung mit der Sintflut zeigt den Wandel theologischer Denkmuster in den Erdwissenschaften um 1700 und markiert eine wichtige Etappe in der Ideengeschichte der Evolution vor Charles Darwin. Indem der Vortrag diesen Gedankenzusammenhang ausbreitet, kommen neben bekannten Texten, wie der "Protogaea", auch bislang wenig beachtete Schriften und Briefe von Leibniz zur Sprache.

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