Vortragsveranstaltung

 

Freitag, den 23. November 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Eberhard Knobloch (Berlin):

Leibnizens Konzept einer ars characteristica generalis oder ars combinatoria: Leibniz'sche Beispiele.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

Referent

Eberhard Knobloch, geb. 1943, studierte Mathematik, Klassische Philologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte. 1976 habilitierte er sich für Geschichte der Mathematik und der exakten Naturwissenschaften. Von 1976 bis 2008 war er Projektleiter der Leibniz-Edition an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen für Leibniz' Mathematischen Schriften (Reihe VII), seit 2001 ist er Projektleiter für die Naturwissenschaftlich-medizinisch-technischen Schriften (Reihe VIII) sowie seit 2007 Projektleiter für die Politischen Schriften (Reihe IV) der Leibniz-Edition an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Neben der Leibniz-Edition betreute er auch die Tschirnhaus-Edition der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und wirkte an der Kepler-Edition mit. Von 1980 bis 2009 war er Professor für Geschichte der exakten Wissenschaften und der Technik an der Technischen Universität Berlin, ab 2002 zugleich Akademieprofessor für dieses Fach an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). Er ist Mitglied mehrerer deutscher und internationaler Akademien der Wissenschaften. Er veröffentlichte mehr als dreihundert Aufsätze bzw. Bücher zur Wissenschafts- und Technikgeschichte und ist Mitglied in den Herausgebergremien von sechzehn internationalen Zeitschriften, darunter den Studia Leibnitiana. Seine wissenschaftlichen Interessen gelten vor allem der Geschichte und Philosophie der mathematischen Wissenschaften und der Renaissancetechnik.

 

 

 

Zum Vortrag

Bereits im Dialog zur Einführung in die Arithmetik und Algebra (1676) stellte Leibniz sein Konzept einer symbolischen Algebra vor, die der ars combinatoria nachgeordnet ist. Im Briefwechsel mit Tschirnhaus führte er seine Idee einer ars characteristica generalis oder ars combinatoria näher aus. Er stellte ihre Leistungsfähigkeit für das Malen unserer Gedanken heraus, den engen Zusammenhang von Zeichen- und Wissenschaftstheorie. Algebra diente ihm als Modell, sie war der Prüfstein für die Vervollkommnung der ars characteristica. Seine Studien zu symmetrischen Funktionen zeigen idealtypisch alle Vorteile dieses Konzepts: Zerlegung in einfachere Begriffe (elementarsymmetrische Funktionen), Gleichförmigkeit, Tafeln, Bildungsgesetze. Die Ausführungen zu Potenzsummen zeigen, wie er schrittweise geeignete Zeichensysteme entwickelte.

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