Online-Vortrag am 17. November 2021

Titel: Le charlatan, Rembrandt (1606-1669), 1635. Bibliothèque nationale de France, Paris, département Estampes et photographie, RESERVE BOITE ECU-CB-13 (A, 17).

Prof. Dr. A. Guillermo Ranea (Buenos Aires):

Leibniz, Descartes und andere Gelehrte des 17. Jahrhunderts in der Vorgeschichte von J. B. Menckes "Charlataneria eruditorum".

Die Vortragsveranstaltung findet online am Mittwoch, dem 17. November 2021, ab 16.00 Uhr, statt. Nähere Informationen und die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung einen Tag vor der Veranstaltung. Um Ihre Anmeldung wird gebeten per E-Mail an: info(at)leibnizgesellschaft.de

 

Referent

Prof. Dr. Alberto Guillermo Ranea (geb. 1950, La Plata, Argentinien), promovierte 1982 an der Universidad Nacional de La Plata in Philosophie. Er war 1985 Alexander-von-Humboldt Stipendiat an der Leibniz-Forschungsstelle in Münster und 1991 John Simon Guggenheim Fellow für History and Philosophy of Science an der University of Indiana, USA. 2003 erhielt er den British Academy Professorship Award (The Birkbeck College, University of London, UK, und The Royal Society of London Archive). Zurzeit ist er Fulltime Professor für Philosophie und Geschichte der Wissenschaften und Technik an der Universidad Torcuato Di Tella (Buenos Aires). Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen über G. W. Leibniz, Galileo Galilei, René Descartes, Denis Papin, sowie über Ernst Cassirer, J. Ortega y Gasset, Paul Feyerabend, wie auch über die Auswirkung der neuen Technologien auf Kultur, Architektur und Gesellschaft.

 

Zum Vortrag

Obwohl sich das Wort „Charlatan“ nicht häufig in Leibniz’ Briefwechsel oder in seinen Schriften findet, weisen die seltenen Gelegenheiten, bei denen Leibniz dieses Wort verwendet, darauf hin, dass es in den vorhandenen Fällen auch über seine ursprünglich medizinische Bedeutung hinaus gebraucht wurde. Als Beispiel finden wir auf einem von Louis-François Foucher de Careil 1857 veröffentlichten kleinen Zettel, dass Leibniz den cartesischen hyperbolischen Zweifel mit der Strategie eines Scharlatans verglich. Aber auch in Briefen und Schriften von René Descartes entdecken wir, dass dieser den Begriff „Charlatan“ ebenfalls dann abwertend benutzt hat, wenn er sich mit anderen Korrespondenten über Kollegen, wie zum Beispiel Galilei, schrieb. Dies lässt sich ebenso auf andere Fälle übertragen, wenn wir weitere Gelehrte der Zeit, wie zum Beispiel Baltasar Gracián und Meric Casaubon, betrachten. Im Zusammenhang mit dem Gebrauch dieses Wortes möchte ich bei dieser Gelegenheit zwei Themen diskutieren. Was können wir lernen, wenn wir die Benutzung des Begriffes „Charlatan“ als ein wichtiges Zeichen der gelehrten Kultur des 17. Jahrhunderts, und nicht als eine bloße Ausdrucksweise, berücksichtigen? Zweitens, welche Beziehung gibt es zwischen der ursprünglich medizinischen Bedeutung des Wortes und derjenigen, wie sie die genannten Gelehrten des 17. Jahrhunderts verwenden?

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