Virtuelle Vortragsveranstaltung am 6. Mai 2021 (in Verbindung mit der Erhard-Weigel-Gesellschaft e.V.)

Erhard Weigel, Portrait von 1655. Öl auf Leinwand: Christian Richter.

Dr. Thomas Behme (Berlin):

Erhard Weigels Gottesbeweis und dessen Kritik durch Leibniz.

Die Vortragsveranstaltung findet online am Donnerstag, dem 6. Mai 2021, 16.00 Uhr, statt. Nähere Informationen und die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung ca. 2 Tage vor der Veranstaltung. Um Ihre Anmeldung wird gebeten per E-Mail an: info(at)leibnizgesellschaft.de

The lecture will take place online on Thursday, May 6, 2021, 4 p.m. (CET). After registration you will receive the access data with further information approx. 2 days before the event. Please, send us your registration by e-mail to: info(at)leibnizgesellschaft.de

 

Referent

Thomas Behme studierte Geschichte und Philosophie in Göttingen. Er promovierte 1992 in Mittlerer und Neuerer Geschichte mit einer Arbeit über Samuel von Pufendorf: Naturrecht und Staat. Seit 1997 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin tätig und erstellt eine kritische Ausgabe der Schriften von Erhard Weigel (bisher 6 Bände, erschienen bei Frommann-Holzboog in der Reihe Clavis Pansophiae). Er ist Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender der Erhard-Weigel-Gesellschaft.

 

Zum Vortrag

Der in Jena lehrende Mathematiker Erhard Weigel (1625‒1699) hat im Rahmen seiner Bemühungen um eine mathematikorientierte Universalwissenschaft und methodisch exakte natürliche Theologie auch einen sogenannten mathematischen Gottesbeweis (Demonstratio Mathematica, quavis Euclidea fortior, esse Deum Mundi Conditorem & Rectorem) entwickelt. Mit diesem sollte die Existenz Gottes und seiner Vorsehung "unwiderlegbar" und "mit dem höchsten Grad an Gewißheit" bewiesen werden. Leibniz, der selbst an der Spitze der apologetischen Front gegen den zeitgenössischen Atheismus stand, hatte bekanntlich bei Weigel in Jena studiert und teilte mit ihm sowohl das Anliegen einer mathematikorientierten "Scientia generalis" als auch die Zielsetzung eines methodisch gesicherten Gottesbeweises. Er war bereits mit den frühesten Entwürfen dieses Beweises in Weigels Schriften der 1670er Jahre vertraut und hat in seinen Publikationen immer wieder Anläufe zur Auseinandersetzung damit unternommen, wobei fast jede der einschlägigen Publikationen Weigels zum Gottesbeweis eine darauf bezogene Stellungnahme von Leibniz ausgelöst hat. Da sich diese Auseinandersetzung über einen Zeitraum von fast 20 Jahren erstreckte, dokumentiert allein dies bei aller Kritik ein nicht nachlassendes Interesse von Leibniz am Entwurf seines Lehrers. Der Vortrag stellt den Gedankengang des Gottesbeweises gestützt auf Weigels Schriften De Corpore Divini Numinis Charactere Demonstrativo, der Theodixis Pythagorica, dem Wienerischen Tugend-Spiegel, der Philosophia Mathematica Theologia Naturalis Solida sowie die zentralen Gedanken von Leibnizens teils zustimmender, teils kritischer Würdigung dar.

Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft e.V. c/o Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Niedersächsische Landesbibliothek Waterloostr. 8 30169 Hannover Deutschland
Tel.: +49 511 1267331 Fax: +49 511 1267202 info@leibnizgesellschaft.de