22.08.2017

Vortragsveranstaltung

Dr. Volker Bauer (Wolfenbüttel):

Ahnen, Wurzeln, Quellen. Ursprungsbilder in der Genealogie

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referent

Volker Bauer ist Mitarbeiter der Herzog August Bibliothek und seit 2006 dort zuständig für Tagungen und Gastseminare. Nach seinem Studium der Fächer Geschichte und Deutsch an der Universität Bielefeld und seiner Promotion am Europäischen Hochschulinstitut Florenz war er als Projektmitarbeiter in Wolfenbüttel, am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg und am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt a. M.) beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte sind im Schnittpunkt von Kommunikations-, Medien- und Wissensgeschichte auf der einen und einer Kulturgeschichte fürstlich-dynastisch-höfischer Herrschaft auf der anderen Seite angesiedelt. Seine selbständigen Veröffentlichungen umfassen u. a. Wurzel, Stamm, Krone: Fürstliche Genealogie in frühneuzeitlichen Druckwerken (2013) und das vierbändige Repertorium territorialer Amtskalender und Amtshandbücher im Alten Reich (1997-2005); von seinen Aufsätzen seien etwa genannt Informalität als Problem der frühneuzeitlichen Geschichte im Band Informelle Strukturen (2009), Strukturwandel der höfischen Öffentlichkeit in der Zeitschrift für Historische Forschung (2011) und Stamm, Land, Fluss. Schele, Leibniz und die Kartographie der Geschichte in der Zeitschrift für Ideengeschichte (2016).

 

Zum Vortrag

Die Druckwerke der frühneuzeitlichen Genealogie beschränkten sich nur selten auf die textliche Darstellung von Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnissen. Häufig nutzten sie Diagramme und Bilder, also etwa Stammtafeln oder Stammbäume. Dabei lässt sich feststellen, dass die bildgestützte Vermittlung genealogischer Beziehungen ganz spezifische Stärken besaß. Beispielhaft deutlich wird diese Leistungsfähigkeit anhand eines Spezialproblems, nämlich der Festlegung und Veranschaulichung des Ursprungs eines Fürstenhauses. Die Fixierung eines solchen Beginns war eine durchaus heikle Operation, und es war der Rekurs auf bestimmte Bildformeln, der die Thematisierung und Formulierung dynastischer Ursprünge entscheidend erleichterte und prägte. Ganz konkret geschah das mithilfe von Kupferstichen von Ahnen, Wurzeln und Quellen. Damit wird es um die Bildlichkeit als integrales Element der genealogischen Wissensordnung überhaupt gehen.

 

 

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