Vortragsveranstaltung vom 29. Oktober 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Gräfin Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe, etwa 1700, Bild von Hans Hinrich Rundt, Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Petra Widmer (Hagen):

"Mir thut jedermann viel Gutes" – Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe und ihr Netzwerk.

Dienstag, den 29. Oktober 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Petra Widmer studierte Geschichte sowie Landschafts- und Freiraumplanung in Hagen bzw. Hannover. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover und bei der Stiftung Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, arbeitete als Buchhändlerin sowie in der freien Wirtschaft. Seit 2019 ist sie an der FernUniversität in Hagen tätig. Gräfin Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe steht im Zentrum ihres Dissertationsprojektes, an deren Beispiel sie Netzwerkpflege, Kommunikation und Selbstdarstellung des Hochadels in der Frühen Neuzeit untersucht.

 

Zum Vortrag

Gräfin Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe, aus dem Haus der Reichsgrafen von Hohenlohe-Langenburg, wurde 1673 geboren. Im Jahr 1691 heiratete sie Graf Friedrich Christian zu Schaumburg-Lippe, seit 1681 Regent dieser Grafschaft. Zunächst verlief ihr Leben in geordneten Bahnen, doch im Jahr 1702 verließ Johanna Sophie ihren Ehemann und entzog ihm dauerhaft die beiden gemeinsamen Söhne. Beides hatte einen jahrelangen Rechtsstreit zur Folge. In dieser schwierigen Situation war sie besonders auf ein Netzwerk aus Familienangehörigen und anderen Verbündeten angewiesen. Unterstützung und Schutz fand sie insbesondere am kurfürstlichen Hof von Hannover, wo sie ab 1712 als Oberhofmeisterin der Kurprinzessin Wilhelmine Caroline (von Brandenburg-Ansbach) lebte und mit dem sie 1714 infolge des Regierungsantritts Kurfürst Georg Ludwigs als britischer König (George I.) nach London übersiedelte. Erst 1728, nach dem Tod ihres Ehemannes, kehrte sie nach Schaumburg zurück, wo sie 1743 verstarb. Der Vortrag gibt Einblicke in das bewegte Leben Johanna Sophies und beleuchtet ihr soziales Umfeld.

Vortragsveranstaltung vom 26. September 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

(Kurfürstin Sophie von Hannover, Gemälde von 1706, Jan Frans van Douven, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Alte Pinakothek München.)

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Margherita Palumbo (Rom):

Die Bibliothek der Kurfürstin Sophie. Dynastisches Selbstbewusstsein und curiosité.

Donnerstag, den 26. September 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Prof. Dr. Margherita Palumbo studierte Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom, Bibliothekswissenschaft an der Vatikanischen Bibliotheksschule sowie Archivwissenschaft an der Vatikanischen Schule für Paläographie, Diplomatik und Archivwesen. Sie promovierte 1981 in Philosophie und habilitierte sich 2013 in Buch- und Archivwissenschaft. Von 1983 bis 2015 war sie Bibliothekarin an der Biblioteca Casanatense in Rom. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bibliotheks- und Buchgeschichte, Buchzensur, Heterodoxie in Italien, Fürstenkonversionen in der Frühen Neuzeit, Gottfried Wilhelm Leibniz sowie Korrespondenz- und intellektuelle Netzwerke. Innerhalb dieses Rahmens organisierte sie einen Workshop zum Thema "Leibniz, Jablonski und Berlin" (Rom, Deutsches Historisches Institut, 27.02.2017) und "Subnetworks in Leibniz's Correspondence and Intellectual Network" (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, 15.17.3.2017). Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der G.-W.-Leibniz-Gesellschaft und Mitglied der Renaissance Society of America sowie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied der Sodalitas Leibnitiana.

 

Zum Vortrag

Sophie von der Pfalz (1630-1714), Kurfürstin von Hannover, ist eine lebhafte Leserin gewesen, wie ihr umfangreicher Briefwechsel und ihre Memoires zeigen. Sie las und besaß nicht nur - wie bei einer Dame ihres Standes zu erwarten - galante Literatur, Theaterstücke, Reisebeschreibungen und Gedichte, sondern auch politische Berichte, historische Darstellungen und philosophische Werke. Sie sammelte ca. 1.100 Bücher, die nach ihrem Tode teilweise der Königlichen Bibliothek zu Hannover einverleibt wurden. Das im Niedersächsischen Landesarchiv zu Hannover aufbewahrte Inventar erlaubt detaillierte Kenntnis von Sophies Bibliothek, während ihre Korrespondenz ebenso wie Bestände der GWLB den langen Weg dazu spiegeln, der uns über Desiderata und Erwerbungen, Geschenke und Widmungen, schöne Einbände und prächtige Exemplare, Urteile über hochberühmte Verfasser sowie bloße Schmeichler auf der Suche nach ihrer Patronage führt, wobei natürlich auch die Lektüreempfehlungen nicht zu vergessen sind, die sie ständig von Gottfried Wilhelm Leibniz erhielt, um ihre beachtliche curiosité zu befriedigen. Sophies Sammlung gibt aber nicht nur das Bild einer hochgebildeten Frau wieder, die mit Leibniz über 400 Briefe über mannigfaltige Themen gewechselt hat, sondern auch das einer Fürstin, die - als Tochter von Friedrich V. von der Pfalz und Elisabeth Stuart - sich ihrer hochadligen Herkunft und dynastischen Ansprüche sehr bewusst war, wie die zahlreichen Werke zur pfälzischen Geschichte sowie die beträchtliche Abteilung der englischen Bücher deutlich zeigen.

 

Vortragsveranstaltung vom 5. September 2019

Prof. Dr. Kiyoshi Sakai (Tokyo):

Leibniz’ politische Philosophie.

Donnerstag, den 5. September 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Kiyoshi Sakai, geboren 1950 in Kyoto, studierte 1978-1981 Philosophie und Philosophiegeschichte an der staatlichen Universität Kyoto und in Freiburg i. Br.; 1982 erfolgte die Promotion in Kyoto. 1985-1995 war er Associate Professor am Lehrstuhl für Philosophiegeschichte der staatlichen Universität Okayama. Seit 1995 ist er Professor am Philosophischen Institut der Gakushuin Universität Tokyo sowie Präsident der Societas Leibnitiana Japonica seit deren Gründung 2009.

Veröffentlichungen u. a.: Sekai to jiga (Welt und Ich. Reflexionen über die Metaphysik Leibniz'), Tokyo 1987; "Zum Wandel der Leibniz-Rezeption im Denken Heideggers", in: Heidegger Studies, vol. 9 (1993), S. 97-124; "Der Subjektbegriff in Ost und West. Eine Reflexion im Ausgang von Leibniz", in: Studia Leibnitiana Sonderheft 22, Stuttgart 1994, S. 63-82; "Leibnizens Chinologie und das Prinzip der 'analogia'", in: Studia Leibnitiana Supplementa XXXIII, Stuttgart 2000, S. 258-274; Phänomenologie und Leibniz (hrsg. mit R. Cristin), Freiburg - München 2000; "Die Fensterlosigkeit der Monade. Ein Aspekt der Frage nach dem Anderen", in: Die erscheinende Welt. Festschrift für Klaus Held (hrsg. von H. Hüni und P. Trawny), Berlin 2002, S. 291-310; "Gottfried Wilhelm Leibniz und Kitaro Nishida. Die Frage nach dem wahren Selbst", in: Studia Leibnitiana XL/1 (2008), S. 92-113; "Sozialpolitische Leitbilder. Leibniz' Grundsätze einer gerechten Sozialpolitik", in: Studia Leibnitiana XL/2 (2008), S.153-167; "Die japanische Leibnizforschung in der Zeit des expansiven Ultranationalismus", in: Studia Leibnitiana Sonderheft 42, Stuttgart 2013, S. 285-302; "'Passive Synthesis' und 'vis passiva'. Versuch einer neuen Annäherung an die Husserl-Leibniz-Problematik", in: Studia Leibnitiana Supplementa XXXIX, Stuttgart 2017, S. 109-127; "Das Thomistische Paradigma von 'res-Ratio-nomen' bei Leibniz", in: Studia Leibnitiana Supplementa XL, Stuttgart 2017, S. 19-33.

Mitbearbeiter von Bd. 8 (Tokyo, 1990) der japanischen Leibniz-Ausgabe: G. W. Leibniz: Opera omnia, 10 Bde., Tokyo: Kousakusha, 1988-1999 (ライプニッツ 著作集 (Raipunittsu chosakushū)). Mitherausgeber der Fortsetzung der japanischen Leibniz-Ausgabe (ライプニッツ 著作集. 第II期 (Raipunittsu chosakushū. 2), 3 Bde., Tokyo: Kousakusha, 2015-2018).

 

Zum Vortrag

Gibt es bei Leibniz eine politische Philosophie? Wenn man das sogleich verneinte, mit der Begründung, er habe auf diesem Gebiet keine Hauptwerke hinterlassen, die etwa Hobbes' "De cive" oder Spinozas "Tractatus Theologico-politicus" entsprächen, wäre man wohl allzu kurzschlüssig. Sowohl Onno Klopps Ausgabe des 19. Jhs. als auch Reihe I und IV der Akademieausgabe in der Gegenwart bezeugen, dass auch bei Leibniz ein Reichtum an Gedanken über die Politik, nicht weniger als bei Hobbes oder Spinoza, zu finden ist. Welche Charakteristika hat also Leibniz' politische Philosophie? Wie verhält sie sich zu seiner Metaphysik? Im Vergleich zu Hobbes oder Spinoza, bei denen das Verhältnis der politischen Philosophie zur Metaphysik jeweils nicht unbedingt klar ist, beziehen sich die betreffenden Thesen bei Leibniz, wie z. B. die Selbstbestimmung des Individuums oder die Gerechtigkeit als "caritas sapientis" qua "benevolentia universalis", eng und explizit auf seine monadologischen Ansätze. Im folgenden Vortrag möchte ich erstens die Grundposition von Leibniz' politischer Philosophie hinsichtlich ihrer Verbindung mit seiner "Monadologie" (bzw. z. T. der "Theodicée") klarstellen, zweitens dadurch zeigen, dass in seiner politischen Philosophie eine als nicht unwichtig zu beurteilende Alternative zu der von Hobbes, Spinoza oder Locke festzustellen ist. Und schließlich sei drittens gefragt, ob angesichts der Krisen unserer heutigen globalisierten Welt Leibniz' politische Philosophie, entgegen vieler skeptischer Ansichten über ihre Aktualität, doch eine Möglichkeit der Lösung implizieren könnte, und wenn ja, inwieweit.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 29. August 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

(Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) als König von Böhmen, Gemälde von 1634, Gerard von Honthorst, Kurpfälzisches Museum Heidelberg.)

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Dr. Sylvaine Hänsel (Münster):

Porträt und Propaganda – Die Familie des Winterkönigs im niederländischen Exil.

Donnerstag, den 29. August 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Dr. Sylvaine Hänsel studierte 1976-1984 Kunstgeschichte, Geschichte und Hispanistik in Berlin und Hamburg. 1987 promovierte sie bei Martin Warnke zum Thema: Der spanische Humanist Benito Arias Montano (1527-1598) und die Kunst. 1987-1989 war sie Volontärin am Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, 1989-1995 Wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Universität Berlin, 1997-2001 Lehrbeauftragte an der Universität Potsdam und 1999-2014 am Institut für Geschichte und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin. Seit 2008 ist sie Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für Architektur in Münster (Münster School of Architecture) sowie seit 2014 an der Fachhochschule für Design in Münster (Münster School of Design). Seit 2006 ist sie zudem hauptverantwortliche Redakteurin der "Mitteilungen der Carl Justi-Vereinigung zur Förderung der kunstwissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Spanien und Portugal". Ihre Forschungsschwerpunkte sind Porträtmalerei, spanische und niederländische Kunst der Neuzeit und Moderne sowie Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

 

Zum Vortrag

Geradezu beispielhaft nutzten Friedrich V. von der Pfalz und seine Gemahlin Elisabeth Stuart, die mit ihren Kindern nach der Vertreibung vom böhmischen Thron ab 1621 im niederländischen Exil lebten, das Medium Porträt, um die Ansprüche auf die verlorene Königswürde und die Restituierung des Kurfürstentums Pfalz zu demonstrieren. Dienten die teils großformatigen Gemälde zur Ausstattung seiner Residenzen oder als repräsentative Geschenke, sollten die zahlreichen Stiche die Mobilisierung einer breiteren Öffentlichkeit bewirken. Im Vortrag soll diese "Imagekampagne" Friedrichs vorgestellt werden, die, obwohl die politischen Ziele zunächst nicht erreicht wurden, doch eine bleibende Präsenz des Winterkönigs und seiner Familie im allgemeinen Bewusstsein garantierte und auch auf die Selbstdarstellung der niederländischen Statthalter großen Einfluss hatte. Noch die Welfen knüpften an die "Imagekampagne" des Winterkönigs an, um eigene Interessen, nämlich die Erhebung in den Kurfürstenstand, durchzusetzen. So wählte Ernst August, verheiratet mit Sophie, der jüngsten Tochter Friedrichs V., für die Gestaltung des Rittersaales im repräsentativ ausgebauten Hannoveraner Leineschloss Honthorsts monumentalen allegorischen Triumphzug der Winterkönigsfamilie als Deckenbild aus und ließ es von Jacques Vaillant durch ein Pendant mit dem Triumphzug seiner eigen Familie ergänzen.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 25. Juli 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Herzog Erich zu Braunschweig-Calenberg mit seiner zweiten Frau Elisabeth von Brandenburg, Gemälde, ca. 1530, Schwedisches Nationalmuseum.

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Dr. Jill Bepler (Wolfenbüttel):

Verlorene Bibliotheken, vergessene Leserinnen: Welfische Fürstinnen des 16. und 17. Jahrhunderts und ihr Buchbesitz.

Donnerstag, den 25. Juli 2019, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Dr. Jill Bepler war bis Juni 2018 Leiterin der Abteilung Stipendien, Veranstaltungen und Nachwuchs-förderung an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Von 2013-2016 war sie Principal Investigator im EU-geförderten Projekt "Marrying Cultures: Queens Consort and European Identities 1500-1800", aus dem mehrere Publikationen hervorgegangen sind. 2018 erschien der von ihr und Svante Norrhem herausgegebene Band "Telling Objects. Contextualizing the Role of the Consort in Early Modern Europe". Sie ist zurzeit an frühneuzeitlichen Forschungsprojekten in Kopenhagen und Stockholm zu Konzepten der Privatheit bzw. zur Bibliotheksgeschichte beteiligt. Ihre Publikationen befassen sich mit Hofkultur und der Rolle der Fürstin am Hof, Reisen und Sammeln im 17. Jahrhundert und höfischer Funeralpublizistik.

 

Zum Vortrag

Der Vortrag fragt nach dem bislang unbeachteten Buchbesitz von Frauen aus dem Welfenhaus in der Zeitspanne zwischen den bekannten büchersammelnden Fürstinnen Elisabeth von Calenberg (1510-1558) und Kurfürstin Sophie (1630-1714). Unter anderem werden Quellen zur Nutzung und zum Verbleib von Büchern, die den Töchtern von Herzog Wilhelm dem Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg gehört haben, vorgestellt. In diesem Zusammenhang sollen die Gründe für das prekäre Schicksal weiblicher Bibliotheken diskutiert werden.

 

Vortragsveranstaltung vom 1. Juli 2019 (in Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und der Leibniz Universität Hannover)

LEIBNIZ’ 373. GEBURTSTAG

Die diesjährige Wiederkehr von Leibniz' Geburtstag begehen die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft und die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover. Mit dem gemeinsamen Akt wollen wir einen in der Landeshauptstadt inzwischen etablierten Brauch fortsetzen. Wir laden Sie herzlich ein zum Vortrag von

Prof. Dr. Thomas Sonar (Braunschweig): Geschichte der Mathematik der Indivisiblen: Anfang und Ende.

Mit musikalischer Umrahmung.

Montag, den 1. Juli 2019, 16.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Streichduo Nr. 1, KV 423. G-Dur (Allegro)

  • Begrüßung: Anne May (Direktorin der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)
  • Begrüßung: Prof. Dr. Erich Barke (Präsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft)
  • Zum Gedenken an Erwin Stein: Prof. Dr. Erich Barke

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Duett Nr. 2 BWV 803

  • Vortrag: Prof. Dr. Thomas Sonar (Technische Universität Braunschweig): Geschichte der Mathematik der Indivisiblen: Anfang und Ende.

Jean-Marie Leclair (1697-1764): Duett Sonate Nr. 1 (Op. 3) (Allegro)

  • Musik: Yannick Hettich und Moritz Ter-Nedden (Orchester im Treppenhaus)

 

Referent

Thomas Sonar, geb. 1958, studierte 1977-1980 Maschinenbau an der Fachhochschule Hannover und 1981-1987 Mathematik und Informatik an der Leibniz-Universität Hannover. Promotion in Mathematik 1991 an der Universität Stuttgart, Habilitation 1995 an der TH Darmstadt. 1996-1999 Professor für Angewandte Mathematik an der Universität Hamburg, seit 1999 Professor für Technomathematik am Institut Computational Mathematics der TU Braunschweig. Mitglied in der Braunschweigischen Akademie der Wissenschaften, Ehrenmitglied der Mathematischen Gesellschaft Hamburg und korrespondierendes Mitglied der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Bücher und Arbeiten zur Geschichte der Analysis. Von ihm erschien zuletzt: Die Geschichte des Prioritätsstreits zwischen Leibniz und Newton.

 

Zum Vortrag

Die Theorie der Indivisiblen wurzelt in der Philosophie der griechischen Antike und Archimedes wurde der erste Meister der Anwendung von Indivisiblen in mathematischen Fragen, aber seine Methoden gingen verloren. Es dauerte bis zur Renaissance in Europa, dass die Indivisiblen erneut für die Mathematik entdeckt wurden. Im Vortrag beschreiben wir einen Zusammenhang, der erstmals von Eberhard Knobloch im Jahr 2002 beschrieben wurde: Es gibt einen "Dreisprung" über 3 Jahrhunderte hinweg von Nikolaus von Kues über Galileo Galilei hin zu Gottfried Wilhelm Leibniz, in dem Indivisiblen schließlich das Heimrecht in der Mathematik verlieren.

 

Die Veranstaltung steht zugleich im Zeichen des Gedenkens an einen großen Leibnizfreund, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Erwin Stein, der sich mit vielfältigen Arbeiten und Aktivitäten um die Leibnizforschung verdient gemacht hat.

 

 

 

Vortragsveranstaltung vom 25. Juni 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Abb.: Liselotte von der Pfalz. Gemälde von Hyacinthe Rigaud, ca. 1713. Château de Versailles, Salles les princesses royales, Salles du XVII, Aile du Nord.

Vortragsreihe – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Michaela Hohkamp (Hannover):

Netzwerke zwischen Versailles und Hannover: Die Briefe Elisabeth Charlottes von der Pfalz (1652–1722) an die Oberhofmeisterin Anna Katharina von Harling (1624–1702) in Hannover und deren Gatten Oberstallmeister Christian Friedrich von Harling (1631–1724).

DIENSTAG, den 25. Juni 2019, 17:00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Michaela Hohkamp ist seit WS 2011 Inhaberin der Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit (W3) am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Nach ihrem Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft und Soziologie hat sie unter der Betreuung von Rudolf Vierhaus und Hans Medick ihre Dissertation zur ländlichen Gesellschaft der Frühen Neuzeit abgeschlossen und ist nach Promotion (1998), verschiedenen Auslandsaufenthalten und Hochschulassistenz am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin 2007 mit einer Arbeit zur Geschichte zum frühneuzeitlichen fürstlichen Adel habilitiert worden. Dort hat sie bis SoSe 2011 als Professorin die Fächer Historische Anthropologie und Geschlechtergeschichte vertreten. Schwerpunkte in der Forschung sind: Verwandtschaft, Gewalt und Herrschaft in der Frühen Neuzeit, sowie Geschichte der Historiographie.

 

Zum Vortrag

Fürstliche und königliche Macht und Herrschaft war angewiesen auf Kommunikationswege, die neben und außerhalb der offiziellen Wege liefen. Schlüsselfiguren in diesem Geschäft waren nicht nur bezahlte oder anderweitig belohnte Nachrichtenbroker oder fürstliche Verwandte beiderlei Geschlechts. Als Vermittlerinnen und Vermittler waren auch mittlere und höhere Hofchargen aktiv. Auf Grundlage des Briefwechsels der Schwägerin des französischen Königs Ludwig XIV., Elisabeth Charlotte von der Pfalz, den sie mit ihrer ehemaligen Kinderfrau Anna Katharina von Harling unterhielt, soll die Bedeutung solcher Briefverbindungen für die Netzwerkarbeit an Fürsten- und Königshöfen in der Frühen Neuzeit erhellt werden.

Vortragsveranstaltung vom 23. Mai 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Donnerstag, den 23. Mai 2019, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Markus Friedrich (Hamburg):

Genealogisches Wissen um 1700 - Gottfried Wilhelm Leibniz und Jacob Wilhelm Imhoff.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Markus Friedrich, geb. 1974, studierte von 1993 bis 1998 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Philosophie. Von 1998 bis 2003 war er wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl von Winfried Schulze an der Universität München. 2002 promovierte er mit der Arbeit über den Helmstedter Hofmannstreit und seine Wirkungen auf das Luthertum um 1600. 2005 wurde er Assistent am Historischen Seminar der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Lehrstuhl für Neuere Allgemeine Geschichte und habilitierte sich mit der Arbeit Der lange Arm Roms? Globale Verwaltung und Kommunikation im Jesuitenorden (1540-1773). Seit 2013 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Religionsgeschichte der Frühen Neuzeit als Kulturgeschichte, Wissens- und Informationsgeschichte als Herrschaftsgeschichte, Archive und Archivkultur im frühneuzeitlichen Europa.

 

Zum Vortrag

Genealogisches Wissen war zu Lebzeiten von Leibniz von überragender Bedeutung. Es vermittelte sozialen Status und war politisch relevant. Entsprechend umfangreich, aber auch vielfältig waren die Bemühungen adeliger Familien, Familienwissen zu erzeugen. Man wollte immer genauer wissen, von wem man abstammte, wer mit wem wie seit wann verwandt war und wie die Familien des europäischen (Hoch-)Adels miteinander zusammenhingen. Viele Gelehrte, sei es an Universitäten, sei es in fürstlichen Diensten, waren mit der Erforschung solcher Fragen befasst. Eine regelrechte Szene entwickelte sich, zu der auch Leibniz zählte, der mit vielen Genealogen seiner Zeit korrespondierte. Einer dieser Briefpartner war Jacob Wilhelm Imhoff (1651-1728), ein Nürnberger Patrizier und Autor zahlreicher genealogischer Enzyklopädien. Ausgehend vom Briefwechsel der beiden Protagonisten wird der Vortrag einführen in die Abläufe, Probleme, Formen und Konflikte genealogischer Forschung um 1700.

 

 

 

Vortragsveranstaltung vom 24. April 2019

MITTWOCH, den 24. April 2019, 17:00 Uhr.

PD Dr. Hanns-Peter Neumann (Halle):

Leibniz im Manteuffel-Wolff-Briefwechsel.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Hanns-Peter Neumann, geb. 1964, studierte 1989-1996 Philosophie und Allgemeine sowie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2001 promovierte er an der Freien Universität Berlin. 2005-2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt "Die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik". Seit 2003 ist er Lehrbeauftragter am Philosophischen Institut der Freien Universität Berlin sowie seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter im von der DFG geförderten Kooperationsprojekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig "Historisch-kritische Edition des Briefwechsels zwischen Christian Wolff und Ernst Christoph Graf von Manteuffel". 2012 habilitierte er sich am Fachbereich "Philosophie und Geisteswissenschaften" der Freien Universität Berlin.

 

Zum Vortrag

Der nahezu lückenlos erhaltene Briefwechsel zwischen Christian Wolff, dem großen Philosophen der Aufklärung zwischen Leibniz und Kant, und Ernst Christoph Graf von Manteuffel, dem sächsisch-polnischen Minister, Geheimagenten des Wiener Hofes und Mäzen der Aufklärung, ist als ein Glücksfall anzusehen. Dieser umfangreichste erhaltene Briefwechsel Christian Wolffs erstreckt sich über die Jahre 1738-1748 und ist daher ein einzigartiges Zeugnis zu Wolffs später Biographie. Vor allem zeigt die Wolff-Manteuffel-Korrespondenz, mit welcher Intensität sich Wolff und Manteuffel über aktuelle theologische, philosophische, rechtliche und naturwissenschaftliche Fragen und Debatten ausgetauscht haben - ein Austausch, der nicht selten über Manteuffel und seinen Kreis publizistisch fruchtbar gemacht worden ist. Nach einer einleitenden Vorstellung des Briefwechsels und der beiden Korrespondenten Wolff und Manteuffel wird es im Vortrag zunächst um eine kurze Skizze des Verhältnisses Wolffs zu Leibniz gehen, wie es vor allem, aber nicht nur im Briefwechsel zutage tritt. Danach folgt eine Überblicksdarstellung zu 'Leibniz' in der Wolff-Manteuffel-Korrespondenz, bevor einige wenige Beispiele aus dem Briefwechsel detaillierter erörtert werden, u.a. die Monadendebatte 1746/1747.

 

 

 

Vortragsveranstaltung vom 28. März 2019 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Abb.: Academia Julia in Helmstedt, in: M. Merian: Topographia und eigentliche Beschreibung der vornembsten Stäte, Schlösser, auch anderer Plätze und Örter in denen Hertzogthümern Braunschweig und Lüneburg, Frankfurt 1654, Tafel nach S. 114.

Donnerstag, den 28. März 2019, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Bernd Roling (Berlin):

Vom geplünderten Frauenkloster zur Genese der Mediävistik: Die Bibliothek der Academia Julia und der Beginn der Mittelalterstudien in Helmstedt.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Bernd Roling, geb. 1972, studierte 1993-1998 Mittellateinische Philologie, Lateinische Philologie, Philosophie, Geschichte, Hebräische Philologie, Indologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. 2002 promovierte er dort in Mittel- und Neulateinischer Philologie mit der Arbeit "Aristotelische Naturphilosophie und christliche Kabbalah im Werk des Paulus Ritius († 1541)". 2007 erfolgte in Münster die Habilitation in Lateinischer Philologie des Mittelalters und der Neuzeit mit der Habilitationsschrift "Locutio angelica. Die Diskussion der Engelsprache als Antizipation einer Sprechakttheorie in Mittelalter und Früher Neuzeit". Seit 2011 ist er Professor für Lateinische Philologie (mit Schwerpunkt Lateinische Philologie des Mittelalters) am Institut für Griechische und Lateinische Philologie der Freien Universität Berlin.

 

Zum Vortrag

Die Academia Julia in Helmstedt besaß im ausgehenden 16. Jahrhundert eine der bemerkenswertesten Sammlungen an mittelalterlichen Handschriften, die Deutschland in dieser Zeit vorweisen konnte. Verantwortlich für diesen Bestand an Manuskripten waren vor allem die Säkularisationen der niedersächsischen Klöster gewesen, darunter Wöltingerode oder Marienberg, die Herzog Julius in die Wege geleitet hatte. Es war zuvorderst die Professorenschaft der Universität Helmstedt, die von ihm Ge-brauch machte. Für diese Gelehrten mussten die Handschriften daher auch das Fundament ihrer eigenen Studien bilden, damit aber auch der Werke, die sie mit Hilfe dieses Bestandes verfasst hatten. Wie aber schlug sich die Kollektion vor Ort in den Arbeiten der heimischen Professoren nieder? Welche Schwerpunktsetzungen brachte sie mit sich? Unser Vortrag möchte sich diesen Fragen annehmen: Zumindest einige der Professoren veranlasste die Lektüre der niedersächsischen Materialien dazu, die oft stark konfessionell geprägt Perspektive auf das Mittelalter hinter sich zu lassen und einem weniger voreingenommenen Blick auf die Zeit vor 1500 Raum zu geben. Viele am Mittelalter und seinen Überlieferungen, seinen Historikern, seiner Literatur und seinen Realien interessierte Professoren ließen sich in Helmstedt benennen, darunter Herman Conring oder Johannes Andreas Schmidt. Zwei Gestalten sollen hier besonders herausgegriffen werden, Polycarp Leyser IV., der Begründer der mittellateinischen Philologie, dessen Nachlass in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek liegt, und Johann Georg Leuckfeld, dessen Klostergeschichten das Bild des mittelalterlichen Niedersachsens ebenfalls nachhaltig verändern sollten.

 

 

 

Vortragsveranstaltung vom 21. Februar 2019 (in Verbindung mit der Juristischen Studiengesellschaft Hannover)

G. W. Leibniz: Nova Methodus Discendae Docendaeque Jurisprudentiae, Frankfurt 1667. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover, Sign.: Leibn. Marg. 12.

Donnerstag, den 21. Februar 2019, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Matthias Armgardt (Konstanz):

Einblicke in die Rechtsphilosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Prof. Dr. Matthias Armgardt studierte Rechtswissenschaften in Bochum und Köln und promovierte über die Anwendung der mathematischen Logik auf das Recht bei Gottfried Wilhelm Leibniz. In seiner Habilitation an der Universität Köln beschäftigte er sich mit antikem Lösungsrecht. Von 2005 bis 2007 war er Assistent am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Römisches Recht der Ruhr-Universität Bochum. Er ist seit Oktober 2009 Inhaber der Professur für Bürgerliches Recht, Antike Rechtsgeschichte, Römisches Recht und Neuere Privatrechtsgeschichte an der Universität Konstanz und zudem am Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration" sowie an der Leitung des deutsch-französischen interdisziplinären Forschungsprojekts "Jurisprudenz und Logik" beteiligt.

 

Zum Vortrag

Die Rechtsphilosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz ist im Gegensatz zu anderen Aspekten seines philosophischen Werkes bislang nur wenig erforscht. Dabei stellt sie einen wesentlichen Teil seines Gesamtwerkes dar, der für ein Gesamtverständnis seiner Philosophie unverzichtbar ist. Auf einzigartige Weise hat Leibniz Römisches Recht, Naturrecht, formale Logik, Ethik und Metaphysik zu einem höchst inspirierenden Ganzen verwoben, das bis heute noch nicht verstanden und ausgeschöpft worden ist. Der Vortrag bietet eine Einführung in wichtige Aspekte der Leibniz'schen Rechtsphilosophie.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 12. Februar 2019

Theodor de Bry (1528-1598), aus: H. Benzoni: Historien, in: America pars quarta, Frankfurt am Main 1594. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Columbus_landing_on_Hispaniola.jpg

Dienstag, den 12. Februar 2019, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Daniel J. Cook (New York):

Wie stand Leibniz zum Kolonialismus?

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

Referent

Daniel J. Cook promovierte 1968 an der Columbia University in New York City zum Doktor der Philosophie. Es folgten Stipendien der Heinrich-Hertz-Stiftung für Forschungen an der Universität Bonn und am Hegel-Archiv der Universität Bochum (1971-1972). Cook ist emeritierter Professor der Philosophie am Brooklyn College der City University of New York. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur vergleichenden Philosophie und neuzeitlichen Philosophiegeschichte, vor allem zu Hegel und Leibniz, darunter: "Leibniz and 'Orientalism'", in: Studia Leibnitiana 40 (2008); "Leibniz on Prophets, Prophecy and Revelation", in: Religious Studies 45 (2009); "Leibniz's Biblical Hermeneutics", in: Wenchao Li u. Hartmut Rudolph (Hrsg.): Leibniz im Lichte der Theologien (Studia Leibnitiana, Sonderhefte 40, 2017); "Leibniz's 'Reformation' of Chinese Thought", in: Wenchao Li (Hrsg.): Leibniz and the European Encounter with China (Studia Leibnitiana, Sonderhefte 52, 2017). Unter den von ihm herausgegebenen Werken sind u. a.: G. W. Leibniz: Writings on China (zusammen mit Henry Rosemont, 1994); Leibniz und das Judentum (zusammen mit Hartmut Rudolph u. Christoph Schulte, Studia Leibnitiana, Sonderhefte 34, 2008). Zurzeit arbeitet er als Mitherausgeber (zusammen mit Alan Berkowitz) an einer englischsprachigen Ausgabe von Leibniz' Briefwechsel mit dem jesuitischen China-Missionar Joachim Bouvet (online unter: leibniz-bouvet.swarthmore.edu).

 

Zum Vortrag

Man hat Leibniz gelobt als Beispiel für Toleranz auf dem Feld der Theologie wie auch im Politischen. Die Quellen, die seine ökumenischen Bemühungen um eine Annäherung der getrennten christlichen Konfessionen wie auch seine positive Einstellung gegenüber Heiden, wie den Chinesen, dokumentieren, sind bekannt. Für ihn galt "die große Mehrheit der Menschen" als bereits zivilisiert und kultiviert, darunter ausdrücklich Nicht-Christen, wie die alten Griechen und Römer und die Chinesen, die in seiner Zeit lebten. In meinem Vortrag will ich mich Leibniz' Einstellung gegenüber den noch verbliebenen "unzivilisierten" Völkern zuwenden; er nannte sie "Barbaren" oder auch "Wilde". Worin sah er die Funktion des christlichen Europas - gewissermaßen Gottes Maschine zur Verbreitung von Kultur und Zivilisation - im Blick auf diese Völker? Angesichts der erstaunlichen Kenntnisse, die sich Leibniz über die damalige Welt erworben hatte, wozu auch detaillierte Berichte über die Gräuel gehören, die den Eingeborenen in Amerika angetan wurden, hat er offenkundig Tatsachen ignoriert, die seiner eigenen Vision von diesen Völkern zuwiderliefen. Es gibt ganz offensichtlich einen Widerspruch zwischen seiner Vorstellung darüber, wie man mit den "barbarischen" Völkern umgehen solle (die für ihn selbstverständlich human waren und Respekt verdienten), und seiner Wahrnehmung der tatsächlichen Umgangsmethoden in vielen damals entstehenden europäischen Kolonien, besonders in der Neuen Welt. Man kann daraus nur einen einzigen Schluss ziehen: für Leibniz muss die Aussicht auf deren mögliche Bekehrung das gegenwärtige Leiden übertrumpft und so den europäischen Expansionismus rechtfertigt haben.

 

 

 

Vortragsveranstaltung vom 31. Januar 2019

G. W. Leibniz: Excerpta ex commercio epistolico inter Collinium et Gregorium (18.-29. Oktober 1676). Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover, LH 35 VIII 23, Bl. 1r.

Donnerstag, den 31. Januar 2019, 17:00 Uhr

Dr. Philip Beeley (Oxford):

Kommunikation, Macht und Wissenschaftspolitik in der frühen Neuzeit: Leibniz, Newton und ihre Kreise

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

 

Referent

Studium der Philosophie, Mathematik, und Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Universität Wales und der Technischen Universität Berlin. Promotion 1993 bei Hans Poser und Eberhard Knobloch mit einer Arbeit zum Kontinuitätsproblem bei Leibniz. Danach an der Universität Hamburg (Assistent von Christoph J. Scriba) sowie an der Universität Münster (Leibniz-Forschungsstelle). Seit 2007 an der Historischen Fakultät der Universität Oxford sowie Fellow am Linacre College. Lehre und Forschung zur Wissenschaftsgeschichte, speziell Mathematikgeschichte der frühen Neuzeit. Schwerpunkte: Geschichte der Royal Society, Wallis, Collins und Leibniz. Von 2015 bis 2017 Präsident der British Society for the History of Mathematics; Mitglied der Leitungskommission des Oxforder Cultures of Knowledge Projekts sowie von dessen Online Datenbank frühneuzeitlicher Korrespondenz Early Modern Letters Online (EMLO). Neuere Buchveröffentlichungen: Correspondence of John Wallis (1616-1703), Bd. IV, Oxford: Oxford University Press 2014 (zus. mit C. J. Scriba); G. W. Leibniz, Interrelations between Mathematics and Philosophy, Heidelberg: Springer 2015 (zus. mit D. Rabouin und N. B. Goethe); Reading Mathematics in the Early Modern Age, New York: Routledge (zus. mit Y. Nasifoglu und B. Wardhaugh) (erscheint demnächst).

 

Zum Vortrag

Unter Leibniz' intellektuellen Beziehungen waren diejenigen zu englischen und später auch schottischen Wissenschaftlern die vielleicht komplexesten. Mit Ausnahme von Personen wie Henry Oldenburg, Theodore Haak und Henri Justel ist es ihm kaum gelungen, vertrauensvolle Gesprächspartner zu finden, während britische Wissenschaftler ihren deutschen Zeitgenossen zunehmend mit Argwohn betrachtet haben. Im Vortrag wird Leibniz' schrittweise Entfremdung von der Londoner Royal Society gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter Verwendung von bisher weitgehend unberücksichtigten brieflichen und anderen schriftlichen Quellen untersucht. Es soll im Vortrag gezeigt werden, dass schon früh Überlegungen ins Spiel kamen, die nur mittelbar mit den eigentlichen wissenschaftlichen Fragen zu tun hatten.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 23. November 2018

 

Freitag, den 23. November 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Eberhard Knobloch (Berlin):

Leibnizens Konzept einer ars characteristica generalis oder ars combinatoria: Leibniz'sche Beispiele.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

Referent

Eberhard Knobloch, geb. 1943, studierte Mathematik, Klassische Philologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte. 1976 habilitierte er sich für Geschichte der Mathematik und der exakten Naturwissenschaften. Von 1976 bis 2008 war er Projektleiter der Leibniz-Edition an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen für Leibniz' Mathematischen Schriften (Reihe VII), seit 2001 ist er Projektleiter für die Naturwissenschaftlich-medizinisch-technischen Schriften (Reihe VIII) sowie seit 2007 Projektleiter für die Politischen Schriften (Reihe IV) der Leibniz-Edition an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Neben der Leibniz-Edition betreute er auch die Tschirnhaus-Edition der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und wirkte an der Kepler-Edition mit. Von 1980 bis 2009 war er Professor für Geschichte der exakten Wissenschaften und der Technik an der Technischen Universität Berlin, ab 2002 zugleich Akademieprofessor für dieses Fach an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW). Er ist Mitglied mehrerer deutscher und internationaler Akademien der Wissenschaften. Er veröffentlichte mehr als dreihundert Aufsätze bzw. Bücher zur Wissenschafts- und Technikgeschichte und ist Mitglied in den Herausgebergremien von sechzehn internationalen Zeitschriften, darunter den Studia Leibnitiana. Seine wissenschaftlichen Interessen gelten vor allem der Geschichte und Philosophie der mathematischen Wissenschaften und der Renaissancetechnik.

 

 

 

Zum Vortrag

Bereits im Dialog zur Einführung in die Arithmetik und Algebra (1676) stellte Leibniz sein Konzept einer symbolischen Algebra vor, die der ars combinatoria nachgeordnet ist. Im Briefwechsel mit Tschirnhaus führte er seine Idee einer ars characteristica generalis oder ars combinatoria näher aus. Er stellte ihre Leistungsfähigkeit für das Malen unserer Gedanken heraus, den engen Zusammenhang von Zeichen- und Wissenschaftstheorie. Algebra diente ihm als Modell, sie war der Prüfstein für die Vervollkommnung der ars characteristica. Seine Studien zu symmetrischen Funktionen zeigen idealtypisch alle Vorteile dieses Konzepts: Zerlegung in einfachere Begriffe (elementarsymmetrische Funktionen), Gleichförmigkeit, Tafeln, Bildungsgesetze. Die Ausführungen zu Potenzsummen zeigen, wie er schrittweise geeignete Zeichensysteme entwickelte.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 25. Oktober 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Vortragsreihe – Die Sintflut im Denken um 1700

 

Donnerstag, den 25. Oktober 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Wenchao Li (Potsdam):

War die Sintflut ein lokales Ereignis? Chinesische Geschichte versus biblische Überlieferung.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

[Abb.: Der chinesische Urkaiser Fuxi (mutmaßlich 3. Jtsd. v. Chr.) vor einem Trigramm. Zeichnung von Guo Xu (1456 – ca. 1529), 1503. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Guo_Xu_album_dated_1503_(1).jpg]

 

Referent

Wenchao Li, geb. 1957 in der chinesischen Provinz Shaanxi, studierte Germanistik, Philosophie, Linguistik und Politologie in Xi'an, Beijing, Heidelberg und Berlin. Nach Promotion und Habilitation an der Freien Universität Berlin war er in Lehre und Forschung an deutschen und chinesischen Universitäten tätig. Von 2010 bis 2017 hatte er die Leibniz-Stiftungsprofessur der Leibniz Universität Hannover inne. Seit 2007 ist er Leiter der Leibniz-Editionsstelle Potsdam der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die Leibniz' Politische Schriften (Reihe IV der Akademie-Ausgabe) herausgibt. Er ist u.a. Mitglied im Leitungskomitee der Fédération Internationale des Societés de Philosophie (FISP) sowie seit 2017 Vizepräsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft.

 

Zum Vortrag

Die Entdeckung der chinesischen Frühgeschichte im 17. Jahrhundert durch die Europäer drohte den überlieferten Rahmen ihrer biblischen Chronologie zu sprengen: das angebliche hohe Alter der chinesischen Sprache (ver)führte daher nur allzu leicht zu der Annahme, dass die Chinesen sich am Bau des Turms von Babel nicht beteiligt hatten. War die Sintflut deshalb letztlich nur ein lokales Ereignis? Und lässt sich anhand der chinesischen Sprache die ge-meinsame Sprache der Menschheit vor der babylonischen Verwirrung rekonstruieren? Der Vortrag be-handelt diese äußerst gelehrsame sowie zugleich kuriose und retrospektiv geradezu abstrus erscheinende Diskussion im Europa der Leibniz-Zeit im historischen Kontext und versucht dennoch deren aktuelle Bedeutung herauszuarbeiten.

Vortragsveranstaltung und Buchvorstellung vom 10. Oktober 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Mittwoch, den 10. Oktober 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Heiko Droste (Stockholm):

Das Geschäft mit Nachrichten. Ein barocker Markt für soziale Ressourcen.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Prof. Dr. Heiko Droste, geb. 1963, studierte Geschichte, Bibliothekswissenschaft und Politische Wissenschaft an der Universität Köln. Nach der Promotion 1994 widmete er sich Studien zur schwedischen, baltischen und deutschen Geschichte im 17. Jahrhundert. Seit 2015 ist er Professor für Stadtgeschichte an der Universität Stockholm.

 

Zum Vortrag

Eine Nachricht ist ein aktueller Bericht über publike oder partikuläre Ereignisse. Der Tausch von Nachrichten in Form von Korrespondenzen gehört seit der Antike zur Kultur der Freundschaft: Korrespondenzen begründen und verstärken soziale Beziehungen auf Gegenseitigkeit. Nachrichten sind somit Grundlage eines sozialen Kredits, der als eine Ressource genutzt werden kann - sie sind ein Geschäft. In seinem Vortrag analysiert Prof. Dr. Heiko Droste dieses Geschäft mit Nachrichten als Teil eines Marktes für soziale Ressourcen im 17. Jahrhundert. Mitglieder von Funktionseliten tauschten Nachrichten gegen Teilhabe an Netzwerken sowie Partizipation an Herrschaft ein. Die gegenseitige Korrespondenz war damit ein Medium der Vergesellschaftung dieser Eliten, zumal im Brief räumliche und soziale Distanzen überwunden wurden. Dieser Markt war Voraussetzung für die Entstehung des öffentlichen Nachrichtenwesens.

 

 

Vortragsveranstaltung vom 27. September 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Vortragsreihe – Die Sintflut im Denken um 1700

 

Donnerstag, den 27. September 2018, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Michael Kempe (Hannover):

Tod des Feuersalamanders. Sintflut, Erdgeschichte und Entwicklung des Lebens bei Gottfried Wilhelm Leibniz.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

Abb.: Haifischkopf mit versteinerten Haifischzähnen (Glossopetrae), nach der Vorlage von Stenos Prodromus (1669), aus: Gottfried Wilhelm Leibniz, Protogaea, Göttingen 1749, Tafel VII (GWLB: Leibn. 212).

Referent

Michael Kempe, geb. 1966, studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Konstanz und am Trinity College in Dublin. Nach seiner Promotion über die Sintfluttheorie des Leibniz-Korrespondenten Johann Jakob Scheuchzer war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt/M. und wissenschaftlicher Assistent an der Universität St. Gallen. Nach seiner Habilitation über Piraterie und Völkerrecht in der frühen Neuzeit (2009) arbeitete er als wissenschaftlicher Koordinator am Konstanzer Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration", seit November 2011 ist er Leiter des Leibniz-Archivs und der Leibniz-Forschungsstelle Hannover und seit April 2013 außerplanmäßiger Professor an der Universität Konstanz.

 

 

Zum Vortrag

Wie alt ist unsere Erde? Auf welche Weise hat sich das Leben auf diesem Planeten entfaltet und wie wird es sich in der Zukunft weiterentwickeln? Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gibt auf diese Fragen erstaunlich moderne Antworten und weicht damit von der zu seiner Zeit in Europa vorherrschenden christlichen Auffassung zu Schöpfung und Erdgeschichte grundlegend ab. Im Mittelpunkt von Leibniz' Beschäftigung mit Erdgeschichte und Geologie steht dabei der Versuch einer wissenschaftlichen Deutung der von Moses beschriebenen Sintflut, woraus ebenfalls eine kritische Haltung gegenüber wörtlichen Bibelauslegungen deutlich wird. Leibniz' Beschäftigung mit der Sintflut zeigt den Wandel theologischer Denkmuster in den Erdwissenschaften um 1700 und markiert eine wichtige Etappe in der Ideengeschichte der Evolution vor Charles Darwin. Indem der Vortrag diesen Gedankenzusammenhang ausbreitet, kommen neben bekannten Texten, wie der "Protogaea", auch bislang wenig beachtete Schriften und Briefe von Leibniz zur Sprache.

Vortragsveranstaltung vom 23. August 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Vortragsreihe – Die Sintflut im Denken um 1700

 

Donnerstag, den 23. August 2018, 17:00 Uhr.

Dr. Stephan Waldhoff (Potsdam):

Ein Ausbruch aus der kleinen Welt des heiligen Buches? Präadamiten und Sintflut.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

[La Peyrère, Isaac de, Praeadamitae. [Paris] 1655. Bayerische Staatsbibliothek München, 4 Exeg. 691-1, Abb. nach S. 68, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10354438-7]

Referent

Stephan Waldhoff, geboren 1964, nach Studium der Geschichte und katholischen Theologie in Münster und Tübingen sowie Promotion in Münster 1996-1998 Archivreferendar und anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Seit 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz-Edition Potsdam an der Edition von Leibniz' Politischen Schriften (Reihe IV der Akademie-Ausgabe) beteiligt. Veröffentlichungen zur frühmittelalterlichen Frömmigkeits- und Liturgiegeschichte, zum Urkunden- und Kanzleiwesen des Deutschen Ordens und des Herzogtums Preußen, zu Sebastian Franck, zur preußischen Bauverwaltung im späten 18. und frühen 19. Jh. und zu Leibniz.

 

 

Zum Vortrag

Mit den Entdeckungsfahrten der Neuzeit und dem hohen Interesse an der alten Kultur Chinas scheint die "kleine Welt des heiligen Buches" (Jacques Solé) ihre Plausibilität endgültig verloren zu haben. Als eine Antwort auf diese Herausforderung wirkt die Präadamiten-Hypothese des französischen Protestanten Isaac de La Peyrère (1596-1676): Adam sei nicht der erste Mensch gewesen, vielmehr nur der Stammvater des jüdischen Volkes. Es habe bereits vor Adam Menschen (Präadamiten) gegeben, und der Horizont der Bibel beschränke sich auf den Vorderen Orient, womit die Sintflut zu einem regionalen Ereignis wird. Kein Wunder, dass diese Hypothese bei Orthodoxen aller Konfessionen auf heftigsten Widerstand stieß. Aber auch Leibniz lehnte sie entschieden ab. Betrachtet man de La Peyrères Argumentation jedoch genauer, muss man feststellen, dass der Wandel vom biblischen zum modernen Weltbild so einfach und geradlinig nicht war, wie er in der Rückschau erscheinen mag.

Vortragsveranstaltung vom 26. Juli 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Athanasius Kircher: Turris Babel, Amsterdam 1679, S. 38.

Vortragsreihe – Die Sintflut im Denken um 1700

 

Donnerstag, den 26. Juli 2018, 17:00 Uhr.

Dr. Frank Böhling (Berlin):

Von Babel nach Latium. Die Urgeschichte Italiens nach Athanasius Kircher.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Frank Böhling studierte Philosophie, Klassische Philologie, Geschichte und Japanologie an der FU Berlin und promovierte bei Wilhelm Schmidt-Biggemann über Samuel Pufendorfs Naturrecht. 2010-2015 Mitarbeit an der kommentierten Reprintausgabe der Hauptwerke von Athanasius Kircher. Sein Interessenschwerpunkt ist das 17. Jahrhundert, dazu die Beschäftigung mit der arabisch-hebräischen Überlieferung griechischer Philosophie an das lateinische Mittelalter.

 

Zum Vortrag

Wie sah die Urgeschichte der Menschheit aus? In welcher Beziehung stehen die frühen Kulturen zueinander? Im 17. Jahrhundert verliert, während das Interesse an diesen Fragen stetig wächst, wie z.B. die archäologische Begeisterung zeigt, der biblische Bericht, der die Nachkommen Noahs die Erde besiedeln lässt, an Glaubwürdigkeit. Für den Jesuiten und Universalgelehrten Athanasius Kircher sind Neugier und Frömmigkeit aber kein Widerspruch, was Werke wie Latium (1669), Arca Noë (1675) und Turris Babel (1679) belegen.

Vortragsveranstaltung vom 31. Mai 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Copyright: GWLB Hannover, LBr 947, Bl. 66

Donnerstag, den 31. Mai 2018, 17:00 Uhr.

Dr. Regina Stuber (Hannover):

Johann Christoph von Urbich (1653-1715): Ein Leibniz-Korrespondent in diplomatischen Missionen zwischen Fürsten, Königen, Kaiser und Zar.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referentin

Dr. Regina Stuber studierte Slavistik, Germanistik und Wissenschaftsgeschichte in Regensburg, Bordeaux und Nancy und ist seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Edition von Gottfried Wilhelm Leibniz, Sämtliche Schriften und Briefe. Allgemeiner, politischer und historischer Briefwechsel (Reihe I der Akademieausgabe), die bei der Leibniz-Forschungsstelle der Göttinger Akademie der Wissenschaften an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek angesiedelt ist.

 

Zum Vortrag

Johann Christoph von Urbich (1653-1715) war als Diplomat meist in Wien am Hof des Kaisers tätig sowie als dänischer / russischer Gesandter und für Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel - um nur seine wichtigsten Dienstverhältnisse zu nennen. Seine umfangreiche Korrespondenz, in der Nachrichten aus London, Moskau, Konstantinopel, Venedig etc. übermittelt wurden, erlaubt neue Einblicke in die Diplomatiepraxis um 1700.

Vortragsveranstaltung vom 19. April 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

[Copyright: Österreichische Nationalbibliothek, Inventarnr. PORT_00052601_01, www.bildarchivaustria.at/Preview/4924939.jpg]

Donnerstag, den 19. April 2018, 17:00 Uhr

Dr. Ines Peper (Wien):

"Sie hat die Gemeinde, nicht den Gott gewechselt": Die Konversion der späteren Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel als interkonfessionelles Experiment.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referentin

Dr. Ines Peper studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Graz und Wien. Seit 2008 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Wien an der Edition der gelehrten Korrespondenz der Brüder Bernhard und Hieronymus Pez beteiligt; der Schwerpunkt ihrer Forschungsinteressen liegt im Bereich der interkonfessionellen Beziehungen sowie der Gemeinschaftsforschung.

 

Zum Vortrag

Die Inschrift "Sie hat die Gemeinde, nicht den Gott gewechselt" ("coetum non numina mutat") findet sich auf einer Gedenkmünze, die anlässlich des Übertritts Elisabeth Christines von Braunschweig-Wolfenbüttel zur katholischen Kirche im Jahr 1707 geprägt wurde. Die Konversion war eine Vorbedingung für die Eheschließung der Prinzessin mit dem späteren Kaiser Karl VI., der damals noch als König Karl III. im Kampf um die spanische Krone stand. Der von evangelischen und katholischen Geistlichen gemeinsam konzipierte Konversionsunterricht war wesentlich geprägt vom Leibniz'schen Plan zur Wiedervereinigung der beiden Kirchen und bemühte sich um den Nachweis, dass diese in allen fundamentalen theologischen Lehren übereinstimmten. Der Vortrag ordnet diese Überzeugungen, die in diesem konkreten Fall auch für die öffentliche Rechtfertigung der Konversion herangezogen wurden, in zeitgenössische Auseinandersetzungen um das Verhältnis der Konfessionen und in die politischen und dynastischen Zusammenhänge der Konversion und Hochzeit ein und berücksichtigt dabei insbesondere auch die Leibnizkorrespondenz.

Vortragsveranstaltung vom 13. März 2018 (in Verbindung mit der Juristischen Studiengesellschaft Hannover)

Dienstag, den 13. März 2018, 19:30 Uhr

Regionspräsident Hauke Jagau (Hannover):

Politische Gestaltung in Zeiten verrechtlichter Gesellschaft ‒ Passen gesellschaftliche Vorstellungen und normative Grundlagen für kommunale Akteure noch zusammen?

Haus der Region Hannover, Hildesheimer Str. 18, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referent

Regionspräsident Hauke Jagau, geboren 1961, studierte an der Leibniz Universität Hannover Rechtswissenschaften. Der Volljurist war von 1989 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen. Von 1990 bis 1994 war er als Referatsleiter für Öffentlichkeitsarbeit, Presse-, Rundfunk- und Fernsehangelegenheiten und als Kabinetts- und Parlamentsreferent im Niedersächsischen Justizministerium tätig, von 1994 bis 1996 als Referent in den Bereichen Presse- und Medienrecht, Staats- und Verfassungsrecht in der Niedersächsischen Staatskanzlei. Ab November 1996 war er hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Laatzen in der Region Hannover. Seit 1. November 2006 ist er Regionspräsident der Region Hannover.

 

Zum Vortrag

Viele Lebensbereiche erleben eine zunehmende Verrechtlichung, die Gründe hierfür sind vielfältig. Nicht nur die gesetzlichen Grundlagen schränken die kommunalpolitischen Akteure ein, auch die Rechtsprechung setzt zunehmend kleinteilige Grenzen. Im Vortrag wird anhand von Beispielen aus der Praxis ein lebendiger Einblick vermittelt, wie sich rechtliche Grundlagen und gesellschaftliche Erwartungen oftmals diametral entgegenstehen und welche Folgen sich für das gesellschaftliche Bild von Politikern ergeben. In einem kleinen Exkurs wird auch die Rolle der sozialen Medien in diesem Prozess beleuchtet.

Vortragsveranstaltung vom 7. März 2018

Katsushika Hokusai (1760-1849), „Kuckuck und Regenbogen“

Mittwoch, den 7. März 2018, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Tsuyoshi Matsuda (Kobe):

Traum und Regenbogen – Eine leibnizsche Betrachtung

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referent

Tsuyoshi Matsuda, geb. 1956, 1975-1985 Studium der Philosophie in Kyoto. 1989 Promotion in Philosophie als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdiensts an der Universität Osnabrück mit dem Thema Der Satz vom Grund und die Reflexion - Identität und Differenz bei Leibniz (veröffentlicht 1990). 2000 Gastforscher am Leibniz-Archiv Hannover. Seit 2003 Professor für Philosophie an der Universität Kobe. Zahlreiche englische und japanische Beiträge zur Philosophie und Umweltproblematik sowie Erkenntnistheorie bei Leibniz, u.a. eine Arbeit zur Perspektive des Antiskeptizismus (Tokyo 2003) sowie über die Philosophie des Ganzen und des Teils in Geschichte und Gegenwart (Tokyo 2014).

 

Zum Vortrag

Traum und Regenbogen finden sich als Paradigmen erkenntnistheoretischer und ontologischer Betrachtungen bei frühmodernen Philosophen, so nicht nur im Fall von Descartes, sondern auch von Leibniz. Der Vortrag handelt zunächst von einer Auslegung des "Traums eines Kalifen" in einem Brief von Leibniz an Simon Foucher (1675). Diese Episode ist ohne Zweifel bezogen auf eine bekannte Erzählung aus Tausendundeiner Nacht. In der Auseinandersetzung mit dem geläufigen cartesischen Traum-Argument aus den Meditationes können wir ontologische und kausale Aspekte eines leibnizschen Traum-Arguments verdeutlichen. Es schließt sich die Betrachtung einer Notiz von Leibniz über die Principles of Human Knowledge von Berkeley (1710) an mit der Problematik des Regenbogens als Modell für das Phänomen, um daran die realistische und sogar "naturalistische" Ebene der leibnizschen Philosophie aufzuzeigen.

Vortragsveranstaltung vom 1. März 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Copyright: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover, LBr 264, Bl. 13-14.

Donnerstag, den 1. März 2018, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Jan van Maanen (Utrecht):

Leibniz und die Niederlande

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referent

Prof. Dr. Jan van Maanen, geb. 1953, studierte Mathematik an der Universität Utrecht und promovierte dort über die Mathematik in den Niederlanden im 17. Jahrhundert, insbesondere über die Rezeption des Werkes La Géométrie von Descartes. Er war Gymnasiallehrer und ab 1991 Dozent an den Universitäten von Groningen und Utrecht. In Utrecht war er von 2006 bis 2012 Professor der Mathematikdidaktik und Leiter des Freudenthal Instituts. Seit seiner Emeritierung widmet er sich wieder verstärkt der Mathematikgeschichte.

 

Zum Vortrag

Leibniz hatte gute Kontakte zu Mathematikern in den Niederlanden. Aus der Zeit seines Aufenthalts in Paris kannte er Christiaan Huygens persönlich, und von 1673 bis 1694 gab es einen sehr inhaltsreichen Briefwechsel zwischen den zwei Großmeistern. Auch mit dem Schweizer Johann Bernoulli, der von 1695 bis 1705 an der Groninger Universität lehrte, wechselte Leibniz laufend wichtige Briefe. Neben diesen beiden treffen wir auch weniger bekannte Mathematiker, wie Joachim Nieustadt und Johan Jacob Ferguson. Mit Nieustadt versuchte Leibniz in Briefkontakt zu kommen, mit Ferguson war er persönlich bekannt und wechselte von 1680 bis 1684 mehrere Briefe. Zahlreiche Fragen drängen sich auf: Haben die Korrespondenzen gemeinsame Themen? Und die Korrespondenten, wie ähnlich oder verschieden sind sie? Was haben die Briefe für Leibniz bedeutet? Geben sie vielleicht auch Auskünfte über die Niederlande?

 

 

Vortragsveranstaltung vom 25. Januar 2018 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Donnerstag, den 25. Januar 2018, 17:00 Uhr

Dr. Charlotte Wahl (Hannover):

Aderlässe: Zu den Leibnitiana in Göttingen und Gotha

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Eintritt frei

 

Referentin

Charlotte Wahl promovierte in Reiner Mathematik an der Universität Göttingen. Nach Postdoc-Aufenthalten am Institut Henri Poincaré in Paris und am Department of Mathematics von Virginia Tech (USA) arbeitet sie seit 2006 bei der an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek angesiedelten Leibniz-Forschungsstelle der Göttinger Akademie der Wissenschaften mit an der Edition von Gottfried Wilhelm Leibniz, Sämtliche Schriften und Briefe. Mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Briefwechsel (Reihe III der Akademieausgabe).

 

Zum Vortrag

Nach Leibniz’ Tod wurde der Zugang zu seinem Nachlass lange äußerst restriktiv gehandhabt. So konnten sich die frühen Editionen von Leibniz’ Schriften und Briefen - zum Beispiel die sechsbändigen, von Louis Dutens 1768 herausgegebenen Opera omnia - kaum auf Material aus Hannover stützen. Trotzdem gelangten im 18. Jahrhundert größere Handschriftenkonvolute von Hannover nach Göttingen und Gotha, wo sie sich noch heute befinden. Im Vortrag wird der Weg dieser Konvolute nachgezeichnet, der auch Aufschluss gibt über eine gewandelte Ausleihpolitik an der hannoverschen Hofbibliothek. Außerdem wird auf weitere Leibnitiana - Bücher und Objekte − in Göttinger Beständen eingegangen.

 

 

 

 

Veranstaltungen seit 2016:

Dienstag, den 13. März 2018, 19:30 Uhr

Regionspräsident Hauke Jagau (Hannover)

"Politische Gestaltung in Zeiten verrechtlichter Gesellschaft ‒ Passen gesellschaftliche Vorstellungen und normative Grundlagen für kommunale Akteure noch zusammen?".

 

Mittwoch, den 07. März 2018, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Tsuyoshi Matsuda (Kobe)

Traum und Regenbogen - eine leibnizsche Betrachtung.

 

Donnerstag, den 01. März 2018, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Jan van Maanen (Utrecht)

Leibniz und die Niederlande.

 

Donnerstag, den 25. Januar 2018, 17:00 Uhr

Dr. Charlotte Wahl (Hannover)

Aderlässe: Zu den Leibnitiana in Göttingen und Gotha.

 

Donnerstag, 2. November 2017, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin)

Leibniz, Kircher und die Geschichte des Lullismus in der Frühen Neuzeit

 

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 17:00 Uhr

Dr. Sebastian Kühn (Hannover)

Streiten mit Leibniz. Über agonale Logiken der frühneuzeitlichen Gelehrtenkultur

 

Donnerstag, 14. September 2017, 17:00 Uhr

Buchpräsentation: Gottfried Wilhelm Leibniz: Briefe über China (1694–1716).
Die Korrespondenz mit Barthélemy Des Bosses S.J. und anderen Mitgliedern des Ordens

Vorgestellt durch die beiden Herausgeber Dr. Malte-Ludolf Babin und Dr. Rita Widmaier

 

Dienstag, 22. August 2017, 17:00 Uhr

Dr. Volker Bauer (Wolfenbüttel)

Ahnen, Wurzeln, Quellen. Ursprungsbilder in der Genealogie

 

Donnerstag, 29. Juni 2017, 17:00 Uhr

Buchpräsentation: Leibniz unterwegs in Niedersachsen. Auf den Spuren des Universalgenies

Vorgestellt durch die beiden Autoren Dr. Annette von Boetticher und Dr. Georg Ruppelt

 

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17:00 Uhr

Buchpräsentation: Gottfried Wilhelm Leibniz / Kurfürstin Sophie von Hannover: Briefwechsel

Vorgestellt durch den Herausgeber Prof. Dr. Wenchao Li

 

Donnerstag, 27. April 2017, 17:00 Uhr

Dr. Eike Christian Hirsch (Hannover)

Leibniz, der wirksamste Reformer des evangelischen Glaubens seit Luther

 

Dienstag, 7. März 2017, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Gábor Gángó (Budapest / Erfurt)

Leibniz und Osteuropa

 

Donnerstag, 23. Februar 2017, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Alexander Košenina (Hannover)

Leibniz’ „Theodizee“ in der literarischen Kritik und Parodie

 

Donnerstag, 26. Januar 2017, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Hans Poser (Berlin)

Leibniz und die Einheit der Wissenschaften

 

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 17:00 Uhr

PD Dr. Mike Reich (München)

Leibniz’ „vergessene“ Fossiliensammlung – ein Polyhistor und die Paläontologie

 

Mittwoch, 16. November 2016, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Michael Kempe (Hannover) / Dr. Regina Stuber (Hannover)

Der Gelehrte in der Kutsche: Reisestuhl, Reiseverbot, Reisen inkognito – unterwegs mit Leibniz

 

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Vincenzo De Risi (Leipzig)

Leibniz’s Geometry and the Science of Space

 

Mittwoch, 21. September 2016, 17:00 Uhr

Prof. Dr. Wenchao Li (Hannover)

„Für so dumm und ungereimt halte ich sie nicht“ – Leibniz’ letzter Versuch, China zu verstehen

 

Dienstag, 22. März 2016, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene (Hannover)

Berufsrollen zwischen Standesinteressen und öffentlichem Wohl

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