Vortragsveranstaltung am 27. Februar 2020 (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Luise Adelgunde Victorie Gottsched, geb. Kulmus (links); Ernst Christoph Graf von Manteuffel (rechts)

 

Dr. Rüdiger Otto (Leipzig):

Reichsgraf und Ausnahmefrau im 18. Jahrhundert. Das Briefgespräch zwischen Luise Adelgunde Victorie Gottsched und Ernst Christoph von Manteuffel.

Donnerstag, den 27. Februar 2020, 17.00 Uhr.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Rüdiger Otto, geboren 1956, studierte 1976-1981 Theologie in Leipzig. 1992 Promotion zum Thema Spinozarezeption in Deutschland im 18. Jahrhundert, 1989-2000 Mitarbeiter an der Leibniz-Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin bzw. Potsdam (Politische Schriften), seit 2000 Mitarbeiter an der Edition des Briefwechsels von Johann Christoph Gottsched der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, seit 2015 deren Leiter. Veröffentlichungen zu Leibniz, Gottsched, zur Theologie- und Philosophiegeschichte, zur Publizistik und zur Kirchengeschichte Leipzigs im 18. Jahrhundert.

 

Zum Vortrag

Ernst Christoph von Manteuffel (1676-1749), hochrangiger Diplomat und kursächsischer Staatsmann, widmete sich nach seinem nicht ganz freiwilligen Rückzug aus der Gefahrenzone des Hoflebens verstärkt seinen philosophischen Liebhabereien und wurde zum Apostel des Wolffianismus. Auch die Begegnung mit Luise Adelgunde Victorie Gottsched (1713-1762) stand zunächst im Zeichen der Auseinandersetzung um die Philosophie Christian Wolffs (1679-1754). Beeindruckt von der intellektuellen Schärfe der jungen Leipziger Professorengattin beauftragte er sie mit der Fabrikation satirischer Schriften gegen die orthodoxen Gegner Wolffs. Die Resultate begeisterten Manteuffel, der seine im diplomatischen Dienst erworbene konspirative Phantasie spielen ließ, um die Autorschaft der von Zensur und obrigkeitlichen Unannehmlichkeiten bedrohten Verfasserin unkenntlich zu machen. Das Themenspektrum Manteuffel-Gottsched des Briefwechsel weitete sich nachgerade aus, mit ihren klugen, sachbezogenen und mitunter ironischen Schreiben zeigte sich Frau Gottsched dem routinierten Epistolographen Manteuffel gewachsen, so dass er sie im galanten Überschwang gelegentlich "la crême et la fleur de tous mes correspondens" bezeichnete.

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