Vortragsveranstaltung (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Donnerstag, den 23. Mai 2019, 17:00 Uhr.

Prof. Dr. Markus Friedrich (Hamburg):

Genealogisches Wissen um 1700 - Gottfried Wilhelm Leibniz und Jacob Wilhelm Imhoff.

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.

Eintritt frei.

 

Referent

Markus Friedrich, geb. 1974, studierte von 1993 bis 1998 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Philosophie. Von 1998 bis 2003 war er wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl von Winfried Schulze an der Universität München. 2002 promovierte er mit der Arbeit über den Helmstedter Hofmannstreit und seine Wirkungen auf das Luthertum um 1600. 2005 wurde er Assistent am Historischen Seminar der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Lehrstuhl für Neuere Allgemeine Geschichte und habilitierte sich mit der Arbeit Der lange Arm Roms? Globale Verwaltung und Kommunikation im Jesuitenorden (1540-1773). Seit 2013 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Religionsgeschichte der Frühen Neuzeit als Kulturgeschichte, Wissens- und Informationsgeschichte als Herrschaftsgeschichte, Archive und Archivkultur im frühneuzeitlichen Europa.

 

Zum Vortrag

Genealogisches Wissen war zu Lebzeiten von Leibniz von überragender Bedeutung. Es vermittelte sozialen Status und war politisch relevant. Entsprechend umfangreich, aber auch vielfältig waren die Bemühungen adeliger Familien, Familienwissen zu erzeugen. Man wollte immer genauer wissen, von wem man abstammte, wer mit wem wie seit wann verwandt war und wie die Familien des europäischen (Hoch-)Adels miteinander zusammenhingen. Viele Gelehrte, sei es an Universitäten, sei es in fürstlichen Diensten, waren mit der Erforschung solcher Fragen befasst. Eine regelrechte Szene entwickelte sich, zu der auch Leibniz zählte, der mit vielen Genealogen seiner Zeit korrespondierte. Einer dieser Briefpartner war Jacob Wilhelm Imhoff (1651-1728), ein Nürnberger Patrizier und Autor zahlreicher genealogischer Enzyklopädien. Ausgehend vom Briefwechsel der beiden Protagonisten wird der Vortrag einführen in die Abläufe, Probleme, Formen und Konflikte genealogischer Forschung um 1700.

 

 

 

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