26.10.2017

Vortragsveranstaltung (in Verbindung mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)

Dr. Sebastian Kühn (Hannover):

Streiten mit Leibniz. Über agonale Logiken der frühneuzeitlichen Gelehrtenkultur

Ort: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover

Beginn: 17.00 Uhr

Eintritt frei

 

 

Referent

Dr. Sebastian Kühn studierte Geschichte, Evangelische Religion und Philosophie in Halle (Saale), Montpellier und Berlin. Nach Stationen an der FU Berlin und dem Centre Marc Bloch ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Historischen Anthropologie und Sozialgeschichte des Wissens sowie der Politischen Kommunikation in der Frühen Neuzeit.

 

Zum Vortrag

Leibniz führte intensiv zahlreiche Kontroversen, oft jahrelang, meist mit offenem Ausgang. Zwei eher unbekannte dieser Auseinandersetzungen werden genauer betrachtet: der Konflikt um den Berliner Rittmeister Christian Heinrich Oelven, der die Berliner Societaet der Wissenschaften kurz nach ihrer Gründung nahezu sprengte, und die 20-jährige Kontroverse mit Denis Papin, die nur ungenau als „vis-viva-Kontroverse“ bezeichnet wird. Angesichts der hohen Konflikthaftigkeit nicht nur bei Leibniz, sondern allgemein in der frühneuzeitlichen Gelehrtenkultur stellt sich die Frage, welchen Sinn Konflikte haben konnten. Kann Streit eine Logik haben? Wie vernünftig war denn Leibniz, dass er in so viele Konflikte involviert war; wie vernünftig waren die Aufklärung, die frühneuzeitliche Wissenschaft? Schließlich: Wie geht eine Gesellschaft mit Konflikten um? Das alles sind Fragen, die voraussetzen, dass Streit eine Rationalität hat – nur vielleicht eine andere, als wir zunächst vermuten.

 

 

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