Professor Rolf Wernstedt (Hannover)
Das Interesse an China bei Leibniz und in der heutigen westlichen Welt
Freitag, den 25. November 2011, 19.00 Uhr
Werner Kraft Vortragssaal der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Niedersächsische Landesbibliothek, Hannover, Waterloostr. 8.
Eintritt frei
Zur Person
Geb. 1940; Studium von Geschichte, Philosophie und lateinischer Philologie in Göttingen und Heidelberg, 1966 Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen, danach bis 1972 im Schuldienst. 1972-1974 Akademischer Oberrat an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abt. Braunschweig, ab 1975 Lehrbeauftragter und seit 1989 Honorarprofessor am Institut für Politische Wissenschaft an der Universität Hannover.
Schwerpunkte der Lehre und Veröffentlichungen: Probleme des Parlamentarismus, Didaktik der Politischen Bildung, Bildungspolitik in Theorie und Praxis, Kulturelle Differenzen zwischen Ost und West in Deutschland, Vergangenheit als politisches Problem.
Seit 1969 Mitglied der SPD, Landtagsabgeordneter von 1974 bis 2003, Kultusminister von 1990 bis 1998, Präsident des Niedersächsischen Landtags von 1998 bis 2003.
Seit 2003 Präsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft.
Zum Vortrag
Leibniz kannte China besser als viele seiner Zeitgenossen. Er hat auch erstmals versucht, die chinesische und die europäische Kultur zu vergleichen und zu bewerten. Sein Interesse an China war ein kulturelles, das zum Wohle der gesamten Menschheit genutzt werden sollte.
Das heutige westliche Interesse an China ist fast ausschließlich ökonomisch und politisch begründet. Dabei gerät der fundamentale Widerspruch völlig aus dem Blick, dass ein Regime, das sich kommunistisch nennt und sein theoretisches Selbstverständnis mit der westlichen Theorie des Marxismus begründet, gleichzeitig einen effektiven Kapitalismus organisiert und in der Finanzkrise die hochkapitalistischen USA und Westeuropa stützen kann und will.
(gez.) Dr. Wolfgang Dittrich, November 2011